Mittwoch, 3. Februar 2010

Meine Tante Erika

hat sich selbst ins Hopitz einliefern lassen. Sie ist eine grossartige Frau, inzwischen 93 Jahre. Ihr Leben war ein Auf und Ab. In den 50zigern wurde sie mit Brustkrebs diagnostiziert, hatte damals Chemo abgelehnt und ihre Prognose war ein halbes Jahr. Aus diesem halben Jahr, wurde nichts sie hat sich nicht unterkriegen lassen und kaempfte.
Sie war sozial engagiert, sang bis ins hohe Alter im Chor, reiste noch vor 2 Jahren nach Peking um ihren Sohn der dort Professor an einer Uni ist, zu besuchen. Fuhr bis vor 2 Jahren jeden Tag Radl, leitete sehr lange eine Seniorengymnastikgruppe, so koennte ich fortfahren. Sie ist eine sehr gebildete Frau, die niemals ihre grauen Zellen rosten liess, weiss genauestens Bescheid ueber Politik, weiss was in der Welt passiert. Was hab ich mit ihr fuer Diskussionen gefuehrt.
Die alte Dame ist fuer mich eine sehr wichtige Person geworden und ich wuenschte ich koennte zu ihr und sie auf ihren letzten Weg begleiten. Das sind die Momente wo du verfluchst nicht da zu sein.
Sie half mir als es mir sehr dreckig ging, baute mich auf und bestaetigte mich in meinen Entschluss zu trennen und scheiden lassen. Besuchte mich nach meiner NasenOP jeden Tag und war fuer mich da, ich hatte schwere Nachblutungen und musste auf Intensiv, sie gab mir Hoffnung und Kraft.
.Sie bekam nie die Akzeptanz ihrer Kinder,gerade von ihrer Tochter, die ihr immer die Schuld gab das sie am Scheitern ihrer Ehe Schuld war. Diese Tochter hat sich von ihrem Vater dermassen beeinflussen lassen, das meine Tante niemals die Moeglichkeit hatte das zu sein was sie wollte, einfach nur ne Mutter. Das beste Stueck hat sie sich vor Jahren geleistet, sie hat meine Tante zu Weihnachten eingeladen, diese musste jedoch am Abend ins Hotel zum uebernachten obwohl sie ein grosses Haus hat und sie musste das Hotel selbst zahlen.
Ich hab sie damals als meine Ersatzmama adoptiert.
Meine Nichte kuemmert sich ruehrend um sie und bekommt nun das alles was ich bekommen hatte....ihre Liebe.
Es tat gerade so weh, sie am Telefon zu haben, man hoert wie schwer das Atmen faellt, sie hat einen Tumor in der Lunge. Oton Ich hab ihn nicht gebeten sich dort anzusiedeln. Was macht sie heute sie redet mit mir ueber Politik, und wir beide mussten ueber die ein oder andere Aussage lachen, es tat so gut mitzubekommen das sie ihren Humor immer noch hat. Ich hatte gehofft sie wuerde durchhalten bis zu ihrem 94, der Arzt gibt ihr hoechstens 4 Wochen. Meine Nichte hat den Brief den ich ihr schrieb ausgedruckt und gebracht, sie ist so stolz auf mich und is so froh meine Stimme zu hoeren. Ich sitz hier und heule schon wieder.
Sorry das es so durcheinander ist, aber es musste einfach raus, weil ich so verzweifelt und traurig bin. Was wuerde ich drum geben mit ihr diesen letzten Weg zu gehen, ich mag nichtmal dran denken das sie in ein paar Wochen nur noch Geschichte ist.

Auf dem Bild ist sie die Dame mit der schwarzen Jacke neben ihr meine Mama, das war vor 6 Jahren zum 50zigsten meiner Schwester damals war sie 87



In diesem Sinne

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